Erworbene Hirnschädigung – Plötzlich ist das Leben aus den Fugen

Eine erworbene Hirnschädigung kann – aus welchem Grund auch immer – jeden treffen! Dabei spielt das Alter, Lebensumstände etc. keine Rolle. Dann ist sekundenschnell alles anders!

Wanderausstellung "Lust am Leben"

Wanderausstellung „Lust am Leben“

Markus Hofmann, bis zu seinem Fahrradunfall im Frühjahr 2000 (verursacht durch einen Autofahrer) ein erfolgreicher Architekt, zeichnet keine Baupläne mehr – sondern malt Bilder. Als Folge des Unfalls blieb ein schweres Hirntrauma. Damit hat sich die Zukunft des Nürnberger Architekten schlagartig geändert. Er zeichnet keine Pläne mehr für große Bauprojekte, sondern malt Aquarelle.

Alle warten gespannt auf den Künstler welcher mit der Ausstellung zeigen will, dass er auch nach seinem schweren Unfall kreativ arbeiten kann. Die Vernissage in den Räumen der Rummelsberger Diakonie in Nürnberg kann starten.

Hofmann ist – zu Recht – überzeugt von seinen Bildern. Die Bilder sind Schöpfungen, die hohes handwerkliches Können verraten. Die Ideen dafür holt er aus seiner Erinnerung. Von seinen Bildern „die wie seine Kinder sind“ trennt er sich nur ungern – aber aus Platzgründen muss er das.

Neben den Werken von Hofmann gesellen sich auch Exponate der Wanderausstellung „Lust am Leben“. Die Poster des SHV – FORUM GEHIRN e. V. gewähren einen Einblick in den Alltag von fünf Menschen, die trotz ihrer Hirnverletzung Lust am Leben haben.

In Deutschland leben 800.000 Menschen mit den Folgen einer erworbenen Hirnschädigung. Schädelhirnverletzung, Schlaganfälle, entzündliche Hirnerkrankungen und Hirntumore sind dafür verantwortlich, dass für sie und ihre Angehörigen oftmals nichts mehr so ist wie es vorher war.

Karl-Eugen Siegel vom SHV - FORUM GEHIRN e. V.

Karl-Eugen Siegel vom SHV – FORUM GEHIRN e. V.

Karl-Eugen Siegel vom SHV – FORUM GEHIRN e. V. erklärt in seinem Vortrag wie wichtig es ist, in jedem Einzelfall, bereits auf der Intensivstation die richtigen Weichen für die oft langwierige Rehabilitation zu stellen. „Dazu ist vor allem der Kontakt zu selbst Betroffenen und deren Angehörigen notwendig. Das System der neurologischen Rehabilitation ist in Deutschland gut aufgestellt, doch mit vielen Stolpersteinen versehen. Ein neu Betroffener hat ohne Begleitung keine Chance, den für sich optimalen Weg zu gehen“, so Siegel. Aber dass es Wege der Wiedereingliederung gibt, zeigt die verbandseigene Wanderausstellung „Lust am Leben“ anhand von fünf Schicksalen.

Näheres von der Wanderausstellung „Lust am Leben“ >

Karl-Eugen Siegel
k.e.siegel@shv-forum-gehirn.de

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