Kerstin Arndt

Kerstin Arndt – Schriftführerin

Mein Name ist Kerstin Arndt, geboren 1956 in Hamburg.

Nach dem Abitur habe ich Bankkaufmann gelernt. 1980 heiratete ich meine große Liebe, Günter Arndt (1951). Wir bekamen 3 Söhne, zogen aufs Land in die 30 km südlich gelegene Gemeinde Rosengarten (Niedersachsen) und bauten ein Häuschen.

Mein Ehemann Güntter verunfallte im Jahr 1999 bei einer Baumabtragung. Die folgenden bangen Wochen boten das ganze Programm der Intensivmedizin, alle nur denkbaren Komplikationen, brutalste Aussagen und Bemerkungen, Trauer, Hilflosigkeit und Hoffnung. Nach 3 Monaten Intensivstation und 5 Monaten Frühreha wurde er gegen meine kläglichen Widersprüche in ein Spezialpflegeheim verlegt. Nach 8 Wochen der missständlichen Aufbewahrung, bekam er eine Aspirationslungenentzündung und musste wieder an die Beatmungsmaschine. Günter hatte einen starken Überlebenswillen und schon früh bemerkte ich, dass er Vieles verstand und reagierte. Ich plante ich seine Rückkehr in die Familie und machte unser Häuschen  durch kleine Veränderungen „passend“.

2004 gab ich nach 15 Jahren meine Arbeit auf und stand meinem Günter zur Seite. denn trotz umfangreicher Pflegehilfe, blieben die Organisation, Aufsicht und anteilige Pflege (ca. 60 Std/W) ja außerdem zu leisten. Ich fuhr mit meinem Mann zu verschiedenen Therapien, traf dort auch immer wieder andere Angehörige und profitierte vom Austausch. Viele Fortschritte konnten verzeichnet werden. Sondennahrung wurde durch normale Kost ersetzt, die Kanüle wurde entfernt, Günter fing an zu singen und zu sprechen, auch das Schlucken wurde besser. Günter hat ein schlechtes Gedächtnis, wenig Zugriff auf seine Vergangenheit, sitzt ohne Kontrakturen im Rolli, neigt zu motorischen Unruhezuständen und  zu epileptischen Anfällen und zeigt gern seinen Unmut durch stundenlanges lautes Gejammer oder Spucken.

Seit 2007 haben wir ein persönliches Budget und es ist toll, ein stabiles Team haben zu können, denn so viele kleine, auch leisen Äußerungen dieser so in sich versteckten Menschen, können nur bei intensiver Betreuung wahrgenommen und sinnvoll in aktivierende Behandlungspflege umgesetzt werden. Günters Pflege und Therapie (8 x / Woche) ist intensiv, körperlich und vor allem psychisch anstrengend und ich bin froh, dieses nicht alleine tragen zu müssen, denn er ist gesund und munter und er hat noch viel Potenzial für weitere positive Entwicklungen.

Dass es hierzulande nicht allen Patienten und Angehörigen leicht gemacht wird so versorgt zu werden, empört mich und ich möchte mich aktiv dafür einsetzen, dass die vorhandenen Gesetze leichter umgesetzt werden können. Dazu bin ich gerne bereit meine Erfahrungen weiter zu geben und bei Fragen bezüglich der Pflegeorganisation mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Gerne würde ich auch eine Selbsthilfegruppe im Raum südlich von Hamburg mit ins Leben rufen und würde mich über Meldungen diesbezüglich freuen. In der aktiven Selbsthilfearbeit bin ich zwar noch relativ neu, aber ich freue mich über das mir entgegen gebrachte Vertrauen und möchte mich gerne für die notwendige Arbeit einer großen Gemeinschaft einsetzen. Meine Aufgabe im Rahmen der Vorstandsarbeit wird die Mitgliederbetreuung sein. Darauf freue ich mich und wir werden es gemeinsam angehen, denn  Gemeinsam geht es am besten!